Wenn aus einer Idee ein Möbelstück wird
Auszubildende der Gewerblich-Technischen Schule Offenburg präsentieren ihr handwerkliches Können – Firma Hermann ASAL zeichnet die besten Arbeiten aus Präzision, Kreativität und jede Menge handwerkliches Geschick: Was die 45 Auszubildenden des zweiten Lehrjahres im Schreinerhandwerk an der Gewerblich-Technischen Schule Offenburg präsentierten, konnte sich sehen lassen. Bei der traditionellen Ausstellung ihrer Projektarbeiten verwandelte sich die Schule in eine kleine Möbelschau. Vertreter der Ausbildungsbetriebe, der Schreinerinnung, der Handwerkskammer sowie zahlreiche Familienangehörige zeigten sich beeindruckt von der Qualität der gefertigten Möbelstücke. Das Offenburger Unternehmen Hermann ASAL prämierte die besten Arbeiten.
Ob Nachttisch, Werkzeugkasten, Hängemöbel oder Spiegelschrank – jedes Werkstück spiegelte die Persönlichkeit seines Erbauers wider. Gleichzeitig mussten die Möbel anspruchsvolle fachliche Vorgaben erfüllen. Gefordert war ein Kleinmöbel mit einer von außen sichtbaren traditionellen Holzverbindung, ein Schubkasten sowie ein gedrechseltes Bauteil. Klassische Holzverbindungen wie Schlitz und Zapfen, gezinkte Korpusse oder gestemmte Fußgestelle waren dabei fester Bestandteil der Konstruktion.
Wie viel Planung und Arbeit hinter den fertigen Möbelstücken stecken, zeigten die beiden Auszubildenden Luis Joerger und Emil Fleck. Anhand zahlreicher Fotos führten sie die Besucher durch den gesamten Entstehungsprozess – von der ersten Idee über die Konstruktion bis zur Fertigstellung. Die Klassenlehrer Thomas Brosemer-Ehret und Martin Teichert erläuterten ergänzend die technischen Anforderungen. So durfte das Möbelstück in seinen Gesamtmaßen 170 Zentimeter nicht überschreiten, musste mindestens zur Hälfte lackiert sein und traditionelle handwerkliche Verbindungen aufweisen.
Jürgen Meder, Abteilungsleiter für Bau- und Holztechnik, lobte sowohl das Engagement der Lehrkräfte als auch die hohe Qualität der Arbeiten. Für Martin Teichert sind die Projektpräsentationen weit mehr als eine schulische Leistungsschau: »Wir geben unseren zukünftigen Fachkräften eine Bühne und zeigen, wie vielseitig, anspruchsvoll und kreativ das Schreinerhandwerk ist.«
Auch bei den Auszubildenden kam die Ausstellung hervorragend an. »Es freut mich sehr, wenn meine Arbeit anderen gefällt«, sagte Tanja Heizmann von der Schreinerei Huschle in Gutach. Schließlich stecken in jedem Möbelstück rund 50 bis 60 Arbeitsstunden – von der ersten Skizze bis zum letzten Feinschliff.
Andreas Kindle und Manfred Gieringer von der Tischler- und Schreinerinnung Ortenau würdigten die enge Zusammenarbeit zwischen Schule und Handwerk: »Mit der Gewerblich-Technischen Schule Offenburg haben wir einen starken Partner an unserer Seite. Hier werden unsere Fachkräfte von morgen hervorragend ausgebildet.«
Für die überzeugendste Umsetzung der Projektidee zeichnete Philipp Stier, Geschäftsführer der Firma Hermann ASAL, vier Auszubildende aus: Tanja Heizmann (Schreinerei Huschle, Gutach), Vesna Ramsteiner (Schreinerei Manfred Lehmann, Zell am Harmersbach), Kilias Knispel (Holzfreigeist, Mahlberg) und Frauke Hemmes (Schreinerei Frank Sälinger, Offenburg).
Zum Abschluss brachte Emil Fleck den Wert der Projektarbeit auf den Punkt: »Praktische Erfahrung geht über die Theorie.« Gerade bei einem Projekt dieser Größenordnung werde deutlich, worauf es im Berufsalltag ankommt. Mit einem Schmunzeln ergänzte er: »Beim nächsten Mal würde ich sicher zwei oder drei Dinge anders machen. Aber genau daraus lernt man.«