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Schüleraustausch
Olsztyn – Offenburg
Besuch aus Polen

Am Sonntag, den 25. September 2005, trafen dieses
Jahr zum 6. Mal polnische Schüler von unserer Partnerschule in Olsztyn
und ihre Lehrer in Offenburg ein. Eine Woche lang wurde gemeinsam zum
Thema „Vergleich der Lebensbedingungen in der Ortenau und in Warmia/Masuren“ in
einem Computerraum der gewerblich-technischen Schulen Offenburg geforscht
und gearbeitet, um genügend Datenmaterial für eine abschließende
Präsentation beim Gegenbesuch in Olsztyn zu haben. Ein Vortrag zum
Thema durch eine Mitarbeiterin des Diakonischen Werks und ein Informationsbesuch
bei der Offenburger Tafel unterstützten die Arbeit am Thema. Darüber
hinaus boten Firmen der Offenburger Region (Reiff Druck, Weber Haus,
Meiko) Einblick in ihr Firmenprofil, ihre Produktionstätigkeit und
ihre Firmentätigkeit in östlichen EU-Ländern. Auch die
Region und ihre touristischen Schönheiten durften natürlich
nicht zu kurz kommen; das boten ein Rundgang durch Offenburg, eine Rundfahrt
auf den Wasserwegen der Stadt Strasbourg und ein Besuch im Europapark
Rust. Glücklich und mit reichlichen Eindrücken und Erlebnissen
fuhren die polnischen Gäste am Samstag, den 1. Oktober 2005 wieder
nach Hause und erwarten nun ihrerseits mit einem Arbeits- und Besichtigungsprogramm
in und um Olsztyn herum ihre deutschen Gäste vom 9. – 16.
Oktober 2005.
1.Tag, 25.09.05 – Ankunft in den Familien

Nach der 26-stündigen Busfahrt kamen die Polen endlich in Karlruhe
an, wo sie von Frau Hildenbrand und Herr Schemitz empfangen wurden. Als
erster Programmpunkt stand ein Besuch im Karlsruher Zoo an, wo man sie
mit einem Mittagessen begrüßte. Nachdem sie die kurze Strecke
zwischen Karlsruhe und Offenburg noch mit dem Zug bewältigt hatten,
wurden sie am Offenburger Bahnhof mit einem großen „Hallo“
in Empfang genommen. Als jeder seinen deutschen Austauschpartner gefunden
hatte wurde der restliche Tag in den Familien verbracht und die Umgebung
erkundet. Abends trafen sich die Austauschschüler dann wieder, um
Offenburg bei Nacht zu erleben.
2. Tag, 26.09.05 – Begrüßungen und
eine Firmenbesichtigung

Montagmorgen, 8.00 Uhr Treffpunkt in der Moltkestraße,
Raum B210 a. Nach einer kleinen Begrüßung der deutschen und
polnischen Lehrer wurde den Austauschschülern Herr Vogel vorgestellt,
der Schulleiter der Gewerblich-Technischen Schulen von Offenburg. Auch
er begrüßte die Schüler sehr herzlich und äußerte
den Wunsch, nach einer langen und intensiven Partnerschaft zwischen den
Schulen.
Anschließend gab es eine kleine Führung durch das Schulgebäude.
Später wurden alle im historischen Rathaus von Herr Hansert empfangen,
der die polnischen Gäste und die Offenburger im Namen von Oberbürgermeisterin
Edith Schreiner begrüßte und ihnen nach seiner kurzen Rede
ganz viele Brezeln und leckeren Orangensaft anbot.
Zum Essen waren die Austauschschüler in der Telekomkantine. Das Essen
machte satt und gab die nötige Energie für den restlichen Tag,
denn die Besichtigung der Firma Reiff Medien stand kurz bevor. Die Führung
machte Herr Sommerkamp. Nach einem kurzen geschichtlichen Überblick
zeigte er der interessierten Gruppe den Weg der Zeitung von der Redaktion
bis zur Produktion. Wer abends nicht zu müde war, traf sich noch
mit den anderen zum besseren Kennenlernen.
3. Tag, 27.09.05 – Bonjour Strassbourg!

Gut erholt trafen sich die Schüler wieder
in der Moltkestraße. Nachdem auch die Renchtäler eingetrudelt
waren, hielt Frau Bender vom Diakonischen Werk einen sehr informativen
Vortrag über Armut und Arbeitslosigkeit in der Ortenau. Sie zählte
mehrere Beispiele auf und brachte Licht in das Chaos, das durch Hartz
IV und seine Kumpanen entstanden war. Danach wurden Gruppen eingeteilt
um das Thema des diesjährigen Austausches „Vergleich der Lebensbedingungen
in „Warmia i Mazury“ und der Ortenau“ zu erarbeiten.
Die Schüler arbeiten über den ganzen Austausch verteilt in ihren
Kleingruppen, mit dem Ziel, eine Präsentation in Polnisch und in
Deutsch vorzubereiten.
Nach dem Essen in der Telekomkantine fuhr die Gruppe mit der Bahn nach
Straßburg, wo als erstes eine Rundfahrt auf der Ill auf dem Programm
stand. Im Anschluss hatten die Schüler Freizeit, um zum Beispiel
das Straßburger Münster zu besichtigen oder die Straßenmusikanten
zu bestaunen. Für die polnischen Schüler war dieser Ausflug
ein besonderes Erlebnis, da sie zum ersten Mal in Frankreich waren. Erschöpft
kamen alle um sieben Uhr nach Hause und sammelten beim Abendessen Kräfte
um sich später wieder mit den Anderen zu treffen.
4. Tag, 29.09.05 – Traumhaus zu bieten!

Nach den morgendlichen Arbeitsgruppen fuhren die Austauschschüler
nach Rheinau-Linx um dort die Firma Weber und die dazugehörige „World
of Living“ zu besichtigen. Zunächst wurden sie durch die Fabrikhallen
der Firma Weber geführt, wo ihnen gezeigt wurde, wie die Produktion
eines Hauses vom Brett bis hin zum fertigen Rohbau von statten geht. Sie
wurden von Herr Wiederrecht geführt, der die einzelnen Rohstoffe
eines Weberhauses sehr interessant vorstellte, und erklärte, warum
man genau diese zum Hausbau verwendet. Danach besichtigten sie die World
of Living. Die Schüler machten dabei eine Zeitreise von der Steinzeit
bis hin zur Zukunft. Dabei konnten sie die Behausungen der Menschen zur
jeweiligen Zeit begutachten. Am besten gefiel den meisten Jugendlichen
das Baumhaus im Dschungel. Zurück in der Gegenwart besichtigte die
Gruppe die Ausstellungshäuser, die moderne und abwechslungsreiche
Architektur zu bieten hatten. Dabei gerieten viele der Jugendlichen ins
schwärmen und träumten davon, später einmal in so ein Haus
einzuziehen. Anschließend fuhr die Gruppe mit dem Bus zurück
an die Schule und verbrachte den Abend wieder zusammen in Offenburg.
5. Tag, 30.09.05 – Silverstar, wir kommen!

Dieser Tag würde der vielleicht anstrengenste aber auch der spannendste
und lustigste Tag der Woche werden, denn eine Fahrt in den Europa Park
stand an. Die Austauschschüler freuten sich auf dieses Kontrastprogramm,
vor allem die polnischen Gäste da der Europa Park komplettes Neuland
für sie war. Sofort nachdem die Schüler in Rust angekommen waren
wurden die Attraktionen in Beschlag genommen. Die meisten von ihnen stürmten
sofort zur Silverstar, wo sie über den Tag verteilt als Stammgäste
auftraten. An diesem Tag wurden verschiedene rekordverdächtige Versuche
gemacht, wie z.B. 6 Mal hintereinander Silverstar oder 21 Mal Alpenexpress
Enzian zu fahren. Trotz des durchwachsenen Wetters mit viel Regen war
den ganzen Tag eine sehr gute Stimmung unter den Schülern und sie
hatten viel Spass. Die gute Stimmung übertrug sich auch auf die Busfahrt
nach Hause und es wurden mehrere La-Ola Wellen gestartet. Abends war dann
eigentlich ein Besuch in einer Acherner Disco angesagt, aber dank der
unfähigen Türsteher landeten die Schüler in einer kleinen,
sehr gemütlichen Kneipe, wo das Liedergut der zwei Länder ausgiebig
ausgetauscht wurde. Es wurde trotz der Pleite ein sehr netter Abend, der
bis nach Mitternacht andauerte.
Pierwszy Dzień, 9.10. – Willkommen in
Polen!

Mogens kurz
nach sechs in Offenburg am Bahnhof. Eine Gruppe unausgeschlafener Jugendlicher
wird ein letztes Mal von ihren Eltern geknuddelt und verabschiedet. Danach
steigen die Schüler in den Zug Richtung Polen. Mit dem ICE
sind die sie schon nach 6 Stunden in Berlin. Dort ist Umsteigen in einen
polnischen Zug angesagt. Die Unterschiede vom einem ICE zu einem polnischen
Zug machen sich bemerkbar, allerdings weniger durch den Komfort sondern
eher durch die starke Überfüllung des Zuges (Platzreservierungen
gibt es ihn Polen anscheinend nicht). Damit die Fahrt nicht zu langweilig
wird wurden lustige Kinderspiele gespielt und viel gesungen. Allerdings
gab es auch “gewöhnlichere” Methoden zum Zeitvertreib,
wie lesen oder Musik hören. Bei einem kurzen Aufenthalt in Poznan
hatten die Schüler die Möglichkeit ihre Euros in Złoty
umzustauschen. Nach 14stündiger Fahrt kam die Gruppe dann erschöpft
in Olsztyn an. Sie wurden sogleich herzlich von ihren polnischen Austauschschülern
und Lehrern empfangen.Nach einer kurzen Fahrt durch das nächtliche
Olsztyn kam das Internat endlich in Sicht. Dort wurde ihnen ein deftiges
Abendessen serviert bevor die Zimmer bezogen wurden. Danach trafen sich
alle nocheinmal zum gemütlichen Zusammensein.
Drugi dzień, 10.10 – Erste Eindrücke
von Olsztyn und ein traditioneller polnischer Abend

Nach der anstrengenden Zugfahrt schliefen
alle prächtig. Doch
schon um 7 Uhr wurden die Schüler aus dem Schlaf gerissen um reichhaltig
zu frühstücken. Kurz darauf wurden sie vom Schulleiter empfangen,
der sich freute das es den Austausch schon so lange gibt und hofft, dass
er weiterhin so erfolgreich existiert. Nach einer kurzen aber informativen
Schulbesichtigung arbeiteten die Schüler weiter an ihrem Projekt.
Mittagessen gab es um 13 Uhr. Gleich darauf stand der Empfang beim Bürgermeister
auf dem Programm, der die Gruppe herzlich willkommen hieß und sie
auf den Rathausturm führte, von dem man einen herrlichen Ausblick über
die ganze Stadt hatte. Doch jetzt war es an der Zeit sich die Stadt einmal
näher anzuschauen, deshalb wurde eine einstündige Stadtralley
veranstaltet, in der verschiedene knifflige Aufgaben gelöst werden
sollten. Danach hatte die Schüler noch eine halbe Stunde um selbstständig
durch die Stadt zu bummeln. Als alle wieder am Internat ankamen konnten
sie kurz verschnaufen, bevor sie mit dem Bus etwas aus der Stadt heraus
fuhren um zu einem Bauernhof zu kommen auf dem traditionell Gevespert
werden sollte. Das letzte Stück wurde mit der Pferdekutsche zurück
gelegt. Die Fahrt wurde von 3 Musikern begleitet, die polnische Volksmusik
zum besten gaben. Empfangen wurden die Schüler durch ein großes
wärmendes Lagerfeuer. Dazu wurde einheimisches Essen serviert. Es
wurden den ganzen Abend lustige Spiele gespielt, wie zum Beispiel Hufeisen
werfen, und die Stimmung war ausgelassen. Um 22.30 Uhr ging es wieder
zurück ins Internat und alle sanken erschöpft in ihre Betten.
Dzień trzeci, 11.10. – Projektarbeit
bis zum Abwinken
Das Programm von diesem Tag sah einfach nur
nach viel Arbeit aus: Frühstück – Projektarbeit-
Mittagsessen – Projektarbeit – Abendessen – Freizeit.
Der Tag bestand deshalb nur aus Projektarbeit, da am Donnerstag die Präsentationen
fertig sein mussten und am nächsten Tag ein Ganztagesausflug anstand.
Aber so schlimm wurde es dann doch nicht, denn als Belohung für
die fleißige Mitarbeit der Gruppe gab es als Vorspeise zum Abendessen
leckere Pizza in allen erdenklichen Variationen, sogar eine sehr leckere
mit Mais und Ananas darauf. Eine weitere Belohnung war für die Schüler,
dass sie abends endlich einmal Freizeit hatten und Olsztyn bei Nacht
unsicher machen konnten. Der Abend wurde zusammen in einer kleinen gemütlichen
Rockbar verbracht. Leider musste die Gruppe um 23.00 Uhr wieder im Internat
sein, da der Heimleiter die Regeln nicht weiter ausdehnen konnte oder
wollte.
Czwarty dzień, 12.10 - Tour durch die Natur
Um 7:30 wurde wie
immer gepflegt gefrühstückt. Schon eine
halbe Stunde später fuhr der Bus ab. Die Gruppe fuhr aus Olsztyn
raus in die Natur. Nach einstündiger Busfahrt (durch die jeder Massagesessel überflüssig
wurde) wurde in einem Dorf Halt gemacht und die Fahrt mit Fahrrädern
fortgesetzt. Es ging über holprige Wege, Felder und durch dichten
Wald zu einem wunderschönen, großen See. Schon auf dem Weg
dorthin war die Natur bestaunt worden, weil das Sonnenlicht die herbstgelben
Blätter wunderschön zum Leuchten brachte. An dem See wurde
kurz gerastet und gevespert. Natürlich ließen es sich nicht
alle nehmen, ihre Füße im kalten Wasser abzukühlen. Nach
einer weiteren halben Stunde Fahrt durch den Wald kehrte die Gruppe zurück
in das Dorf um zum Mittag leckeren Zander und Kartoffeln zu essen. Weiter
ging es mit dem Bus an den See Śniardwy. Dort wurde eine beschauliche
Schifffahrt unternommen, bei der jeder der wollte einmal das Schiff steuern
durfte. Danach hatte die Schüler noch etwas Zeit sich die Stadt
und die polnischen Geschäfte anzuschauen, bevor es nach einem langen
Tag wieder zurück ins Internat ging. Abends traf man sich dann wieder
um den vorletzten gemeinsamen Abend zu genießen.

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